In Brandenburg zeigt sich das besonders deutlich am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung
Angriffe auf die Freiheit von Wissenschaft und Forschung nehmen weltweit zu. Auch in Deutschland stellen extremistische Kräfte die Grundprinzipien des Wissenschaftssystems infrage. Im Brandenburger Landtag wird heute über die Resilienz des deutschen Wissenschaftssystems diskutiert. Dazu haben Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle und Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin Petra Olschowski zur Veranstaltung „Resilienz des deutschen Wissenschaftssystems – Verantwortung gemeinsam übernehmen“ eingeladen.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Wissenschaftsfreiheit geschützt und das Wissenschaftssystem widerstandsfähiger gegen politischen und gesellschaftlichen Druck gemacht werden kann. An der Veranstaltung nimmt auch die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Dr. Andrea Lübcke teil. Sie ist Mitglied im Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung. Bei der Veranstaltung sprechen unter anderem Bundesforschungsministerin Dorothee Bär, Prof. Dr. Frauke Brosius-Gersdorf, Prof. Dr. Ottmar Edenhofer und Prof. Dr. Katja Becker.
Dr. Andrea Lübcke sagt dazu:
„Die Wissenschaftsfreiheit ist in Artikel 5 des Grundgesetzes geschützt. Das ist kein abstrakter Verfassungssatz, sondern die Voraussetzung dafür, dass neues Wissen entstehen kann. Nur dort, wo Fragen frei gestellt, Annahmen bezweifelt und auch unbequeme Ergebnisse ausgesprochen werden dürfen, entstehen neue Erkenntnisse. Daraus wachsen neue Ideen, Technologien und Fortschritt.
Diese Freiheit steht längst unter konkretem Druck. Extremisten richten sich gezielt gegen Forschungsbereiche wie Klima-, Gender- oder Migrationsforschung. In Brandenburg zeigt sich das besonders deutlich am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Die AfD torpediert die Arbeit des PIK durch parlamentarische Initiativen zur Mittelstreichung und durch das Diskreditieren wissenschaftlicher Studien. Das ist ein Angriff auf eine der weltweit wichtigsten Einrichtungen der Klimaforschung. Wir dürfen nicht zulassen, dass wissenschaftliche Arbeit politisch eingeschüchtert, delegitimiert oder finanziell ausgetrocknet wird.
Freie Wissenschaft verteidigt sich nicht von allein. Sie braucht robuste Strukturen. Dazu gehören Hochschulen, die nicht finanziell erpressbar sind. Dazu gehören unabhängige Gremien und Förderorganisationen. Dazu gehört ein Föderalismus, in dem einzelne Akteure nicht das gesamte System blockieren können. Und dazu gehört Solidarität, wenn Wissenschaftler*innen oder Institutionen unter Druck geraten. Diese Architektur der Freiheit müssen wir stärken, solange wir die Möglichkeit dazu haben.“