Kritik am Kurswechsel des Bürgermeisters
Der scheidende Baruther Bürgermeister Peter Ilk hält ein neues Wassergutachten nun doch nicht mehr für erforderlich. Das erklärte er gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Noch Anfang Juni hatte er öffentlich bei einem Stammtisch des rbb in Aussicht gestellt, die Frage nach einem neuen Wassergutachten anzugehen. Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Dr. Andrea Lübcke bedauert den Kurswechsel.
„Diese Kehrtwende ist enttäuschend. Anfang Juni hatte der Bürgermeister öffentlich noch den Eindruck vermittelt, dass die Forderung ernsthaft geprüft wird. Nun soll das bestehende Monitoring ausreichen. Ich hoffe sehr, dass damit noch nicht das letzte Wort über ein neues Wassergutachten gesprochen ist. Die offenen Fragen bleiben bestehen und die Zweifel vieler Menschen in Baruth werden dadurch eher größer“, mahnt Lübcke.
Das bisherige Gutachten, auf dem die Wasserentnahmegenehmigung beruht, ist fast 20 Jahre alt. Seitdem hat sich die Wasserverfügbarkeit in Brandenburg verändert. Die Temperaturen sind gestiegen. Längere Trockenphasen belasten die Grundwasservorräte. Auch die Grundwasserneubildung ist deutlich reduziert. Eine so alte Untersuchung kann deshalb keine ausreichende Grundlage für heutige Entscheidungen sein.
“Das gerade veröffentlichte Niedrigwasserinformationssystem weist für alle aufgeführten Grundwassermessstellen in Südbrandenburg sehr niedrige oder extrem niedrige Grundwasserstände auf. Bundesumweltminister Carsten Schneider warnte davor, dass in Zukunft auch in Deutschland ernsthafte Konflikte um Wasser geführt werden. Und nun soll in einer der trockensten Regionen Deutschlands das Grundwasser weiter ausgebeutet werden, obwohl aktuelle Daten fehlen und eine nachhaltige Nutzung nicht belegt ist“, kritisiert Lübcke.
Ein neues, unabhängiges Gutachten würde eine verlässliche Grundlage für weitere Entscheidungen schaffen. Es könnte dazu beitragen, verloren gegangenes Vertrauen in der Wasserfrage wiederherzustellen.
„Die Menschen brauchen Klarheit darüber, wie sicher die Wasserversorgung in Zukunft ist. Dafür braucht es eine unabhängige Untersuchung auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Die Ergebnisse müssen veröffentlicht und mit der Bevölkerung diskutiert werden“, so Lübcke.
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Mehr Informationen
dpa: Neuer Anlauf für ein Red Bull-Dosenwerk
https://www.stern.de/gesellschaft/regional/berlin-brandenburg/getraenkehersteller--streit-ums-wasser--neuer-anlauf-fuer-ein-red-bull-dosenwerk-37982598.html
Niedrigwasserinformationssystem NIWS
https://niwis-online.de/karte/183
rbb: Ausbau des Red-Bull-Werks: Bürgermeister stellt neues Wassergutachten in Aussicht
https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2026/06/baruth-mark-stammtisch-diskussion-wasser-red-bull-rauch-gutachten.html