Nach der erfolgreichen Re-Infiltration wird nun die PFAS-Reinigungsanlage zum Trinkwasserschutz geplant
Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Dr. Andrea Lübcke (Bündnis 90/Die Grünen) hat sich bei einem Vor-Ort-Termin am Wasserwerk Eichwalde ein aktuelles Bild über den Stand der Maßnahmen zur Eindämmung der PFAS-Belastung im Grundwasser gemacht. Im Fokus standen die Fortschritte bei der Sicherung der Trinkwasserversorgung sowie die Planungen für eine Reinigungsanlage, deren Umsetzung ab 2026 vorgesehen ist.
Die Situation im Wasserwerk Eichwalde hat sich in den vergangenen Monaten bereits spürbar verbessert. Wie aktuelle Messungen zeigen, sind die PFAS-Werte seit Inbetriebnahme einer Re-Infiltrationsanlage in Berlin-Schmöckwitz im August 2025 deutlich gesunken. Während im Sommer 2025 noch stark erhöhte Konzentrationen festgestellt wurden, liegen die Werte inzwischen klar unter den künftig geltenden Grenzwerten der Trinkwasserverordnung.
„Die Entwicklung zeigt, was innovative Ingenieurskunst leisten kann und dass konsequentes Handeln wirkt. Die Menschen in Eichwalde, Zeuthen und Schönefeld können sich darauf verlassen, dass ihr Trinkwasser sicher ist“, sagt die promovierte Physikerin Lübcke. Die bestehende Anlage ermögliche es, belastetes Wasser gezielt zu steuern und vom übrigen Grundwasser getrennt zu halten. Gleichzeitig wurde beim Besuch deutlich, dass die bisherigen Maßnahmen nur ein erster Schritt sind.
Die Belastung geht auf den Einsatz PFAS-haltiger Löschmittel bei früheren Bränden auf dem Gelände des ehemaligen Reifenwerks in Berlin-Schmöckwitz zurück. Die Schadstoffe haben sich über Jahre hinweg im Boden verteilt und bilden eine sogenannte „Fahne“ im Grundwasser, die langfristig behandelt werden muss.
Zur unmittelbaren Schadenssicherung ist direkt am Wasserwerk Eichwalde der Aufbau und der Betrieb einer hydraulischen Sicherung mittels Sicherungsbrunnen und einer Grundwasserreinigunganlage geplant. Diese soll nach aktuellem Stand ab 2026 errichtet werden und die bestehenden Maßnahmen ergänzen. Ziel ist es, die Ausbreitung der Schadstoffe weiter einzudämmen und das Wasser langfristig so aufzubereiten, dass die Brunnen des Wasserwerks wieder uneingeschränkt genutzt werden können.
„Jetzt kommt es darauf an, dass die angekündigte Anlage zügig umgesetzt wird. Das Land Berlin steht hier in der Verantwortung, die Sanierung konsequent voranzutreiben“, erklärte Lübcke. Der Besuch habe gezeigt, dass vor Ort mit großem Engagement gearbeitet werde und die Zusammenarbeit zwischen Wasserwerk, Behörden und Politik funktioniere.
Die Sanierung des Grundwassersschadens bleibt eine langfristige Aufgabe. Der Prozess wird voraussichtlich viele Jahre in Anspruch nehmen. Ziel ist es, die Trinkwasserversorgung dauerhaft zu sichern und die Belastung Schritt für Schritt zu reduzieren.
PFAS werden auch als „Ewigkeitschemikalien“ bezeichnet, weil sie in der Umwelt praktisch nicht abgebaut werden. PFAS finden sich heute überall auf der Welt. Sie gelangten nicht nur über Löschschäume in die Umwelt, sondern finden sich in vielfältigen Produkten aufgrund ihrer fett-, wasser- und schmutzabweisenden Wirkung, entstehen aber auch als Abbauprodukt von Pestiziden. Einmal in Boden und Wasser gelangt, verbleiben sie dort und können sich immer weiter ausbreiten. Zudem reichern sie sich im menschlichen Körper an und werden nur sehr langsam ausgeschieden. Schon geringe Mengen können langfristig gesundheitliche Auswirkungen haben, weshalb ihre Kontrolle und Entfernung besonders anspruchsvoll ist.
“Diese Eigenschaften machen deutlich, wie hoch der Handlungsdruck ist: Innovative Umwelttechnik hilft, in Eichwalde einen lokal begrenzten Schaden. für eine gesicherte Trinkwasserversorgung einzudämmen PFAS-Belastungen findet man aber überall - sogar im Blut von Eisbären. Deshalb braucht es dringend verbindliche internationale Regeln zur Beschränkung der gesamten PFAS-Gruppe. Grundsätzlich darf auch ein Verbot von PFAS kein Tabu sein“, so Lübcke.