Bundesregierung muss Programme für Mädchenrechte verlässlich finanzieren
Jedes Mädchen soll gesund und sicher aufwachsen können. Es soll lernen dürfen, gehört werden und selbst über sein Leben entscheiden können. Darauf haben die bündnisgrüne Bundestagsabgeordnete Dr. Andrea Lübcke und ihre Schülerpraktikantin Alma B. bei einer Aktion von Plan International in Berlin aufmerksam gemacht. Alma ist 15 Jahre alt, kommt aus Königs Wusterhausen und geht in Groß Köris zur Schule. Gemeinsam nahmen sie an der Aktion anlässlich des Weltmädchentages am 11. Oktober teil.
Unter dem Motto „Lücken schließen. Mädchen sichtbar machen!“ stand ein übergroßes Puzzle vor dem Bundestag für die Lebensbereiche, in denen Mädchen noch immer Benachteiligung erfahren. Alma entschied sich für das Puzzleteil „Mädchen sichtbar machen. Selbstbestimmung garantieren!“.
„Ich habe dieses Puzzleteil ausgesucht, weil ich mir wünsche, dass jedes Mädchen so leben kann, wie es zu ihm passt. Wir haben eigene Wünsche und Vorstellungen für unsere Zukunft. Es tut gut, wenn uns jemand zuhört und uns ernst nimmt. Das sollte für alle Mädchen selbstverständlich sein“, sagt Alma B.
Der Weltmädchentag am 11. Oktober erinnert daran, dass diese Chancen noch immer ungleich verteilt sind. Viele Mädchen können nicht regelmäßig zur Schule gehen, erhalten keine ausreichende medizinische Versorgung oder erleben Gewalt. Auch in politischen Entscheidungen werden ihre Erfahrungen und Bedürfnisse häufig zu wenig berücksichtigt.
Andrea Lübcke sagt: „Mädchen haben Träume und vieles, das sie entdecken und ausprobieren möchten. Sie verdienen Menschen, die ihnen Mut machen und ihnen etwas zutrauen. Mich berührt, dass so viele Mädchen auf der Welt schon früh erleben müssen, dass ihre Wünsche wenig zählen oder ihnen Wege verschlossen bleiben. Jedes Mädchen soll die Chance bekommen, seine Fähigkeiten zu entfalten und seinen eigenen Weg zu gehen.“
Hinzu kommt, dass Mädchen in vielen Statistiken nicht als eigene Gruppe sichtbar werden. Der erste Weltmädchenindex von Plan International Deutschland und der Ruhr-Universität Bochum setzt hier an. Er untersucht die gesundheitliche Situation von rund 971 Millionen Mädchen zwischen fünf und 19 Jahren in 192 Ländern. In 178 Ländern hat sich die Mädchengesundheit zwischen 2000 und 2023 verbessert. Dennoch erreichen diese Fortschritte längst nicht alle Mädchen.
„Hinter jeder Zahl steht ein Mädchen mit einer eigenen Geschichte. Eines, das Hilfe braucht, das sich Sorgen macht oder darauf hofft, dass sich eine Tür öffnet“, sagt Lübcke. „Die Bundesregierung muss Programme für Mädchenrechte verlässlich finanzieren. Dazu gehören der Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung sowie Schutz vor Gewalt. Mädchen müssen sich darauf verlassen können, dass sie Unterstützung bekommen und über ihren eigenen Körper entscheiden dürfen.“