Schwarze Elster: Projektskizze positiv bewertet
Die Projektskizze zur Renaturierung der Schwarzen Elster ist positiv bewertet worden. Das bestätigt das Bundesumweltministerium in seiner Antwort auf eine Anfrage der Brandenburger Bundestagsabgeordneten Dr. Andrea Lübcke. Das vom NABU eingereichte Vorhaben wurde zur Antragstellung ausgewählt. Das Aktionsbündnis Schwarze Elster ist als Projektpartner beteiligt.
„Das ist ein wichtiges Signal für die Schwarze Elster und für die gesamte Region, kann aber nur ein Anfang sein. Die Förderrichtlinie sieht eine Höchstfördersumme von 10 Millionen Euro vor – nur ein Bruchteil der mit 500 Millionen Euro veranschlagten Kosten für die notwendige Renaturierung. Nach Jahren des Wartens rückt ein Start von konkreten Maßnahmen endlich in greifbare Nähe. Die positive Bewertung zeigt, dass die umfangreichen Vorarbeiten anerkannt werden. Jetzt kommt es darauf an, den Förderantrag zügig einzureichen und diese Chance für die Region zu nutzen“, sagt Andrea Lübcke.
Die neue Förderrichtlinie zur Renaturierung von Flussauen ist am 1. Mai 2026 in Kraft getreten. Der NABU reichte die Projektskizze am 8. Juni ein. Einen Monat später teilte die zuständige Zukunft Umwelt Gesellschaft gGmbH die positive Bewertung mit.
Der vollständige Förderantrag muss nun bis zum 8. Oktober 2026 eingereicht werden. Danach prüft die Zukunft Umwelt Gesellschaft gGmbH den Antrag. Nach Angaben von Bettina Hagedorn, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, ist eine Bewilligung noch in diesem Jahr möglich.
Das gesamte Renaturierungsvorhaben umfasst rund 32.700 Hektar. Es betrifft etwa 100 Kilometer Fließgewässer an der Schwarzen Elster und ihren Nebenflüssen. Vorgesehen sind die Anbindung von Altarmen und die Rückgewinnung von Auenflächen. An geeigneten Stellen sollen zudem Deiche zurückverlegt werden. Dadurch kann mehr Wasser in der Landschaft gehalten werden. Das Gesamtvorhaben umfasst rund 700 Einzelmaßnahmen. Im Landkreis Elbe-Elster sind entlang von etwa 60 Kilometern Fluss rund 500 Maßnahmen vorgesehen. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz kommen entlang von etwa 40 Kilometern etwa 200 weitere Einzelprojekte hinzu.
Lübcke fordert vom Bund eine langfristige Perspektive: „Es kann leider wohl nur kleiner Teil der eigentlich notwendigen Renaturierung umgesetzt werden. Der Bund muss deshalb über dieses einzelne Förderprogramm hinaus Verantwortung übernehmen. Er sollte zusätzliche Finanzierungswege öffnen und die Mittel für die Auenrenaturierung deutlich erhöhen. Außerdem braucht es eine verlässliche Vereinbarung mit dem Land Brandenburg zur Finanzierung der weiteren Maßnahmen. Die Schwarze Elster darf nicht nach einem ersten Projekt wieder auf Jahre warten müssen.“
Im Zuge des Braunkohleabbaus wurde die Schwarze Elster stark begradigt, damit Wasser aus den Tagebauen schnell abtransportiert werden konnte. Heute fließt dadurch vielerorts zu viel Wasser aus der Landschaft ab. Fachleute gehen davon aus, dass jährlich rund 40 Millionen Kubikmeter Wasser über die Schwarze Elster in die Elbe gelangen. Durch angeschlossene Altarme und wiedergewonnene Auen könnte ein Teil dieses Wassers länger in der Region bleiben.
…,
Antwort Bundesumweltministerium