Andrea Lübcke beim rbb Stammtisch in Baruth
Bei der Diskussionsrunde „rbb Antenne Stammtisch“ am 1. Juni 2026 in Baruth/Mark hat die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Dr. Andrea Lübcke mehr Transparenz in der Wasserfrage gefordert. Anlass war die Debatte um die geplante Erweiterung der Getränkeproduktion von Red Bull und Rauch sowie das neue Dosenwerk von Ball. Unter dem Titel „Wasser oder Wirtschaft? Der Streit um das Red-Bull-Werk“ stand die Frage im Mittelpunkt, ob die Wasserressourcen vor Ort auch künftig für Bevölkerung, Natur und Industrie ausreichen.
„Ein fast 20 Jahre altes Gutachten kann nicht die alleinige Grundlage für Entscheidungen im Jahr 2026 sein. Brandenburg ist trockener geworden, die Klimakrise verändert die Wasserverfügbarkeit. Deshalb brauchen wir eine aktuelle, wissenschaftliche Bewertung. Ein neues Gutachten auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft, das die klimatischen Veränderungen berücksichtigt, wäre ein erster Schritt, um Vertrauen wiederherzustellen. Die Menschen in Baruth brauchen die Sicherheit, dass Entscheidungen über Wasserrechte und Industrieerweiterungen auf aktuellen Daten beruhen“, erklärt Dr. Andrea Lübcke.
Der noch amtierende Baruther Bürgermeister Peter Ilk hatte in der Diskussion ein neues Gutachten nicht ausgeschlossen. Er verwies auf laufendes Monitoring und Abstimmungen mit dem Landesumweltamt, zeigte sich zugleich aber offen, die Frage eines neuen Gutachtens mit dem Werkleiter zu prüfen.
„Die Ankündigung eines neuen Gutachtens darf nicht im Ungefähren bleiben. Die Stadt muss diesen Schritt jetzt unverzüglich angehen. Ein solches Gutachten muss transparent erstellt und öffentlich nachvollziehbar diskutiert werden. Die Bürgerinnen und Bürger vor Ort müssen einbezogen werden“, so Lübcke.
Neben dem Gutachten wurde in der Diskussion auch die Frage nach der Transparenz wirtschaftlicher Grundlagen der Ansiedlung gestellt. Offen blieb, wie viel Gewerbesteuer die Gemeinde durch die Unternehmen einnimmt oder künftig einnehmen kann und welchen Preis die Unternehmen für das Wasser zahlen. Bürgermeister Ilk berief sich dabei auf Verschwiegenheitsvereinbarungen und das Steuergeheimnis.
„Wenn zentrale Daten zu Wasserentnahme, Pegelständen, Kosten und Nutzen nicht öffentlich nachvollziehbar sind, wächst das Misstrauen vor Ort. Transparenz ist kein Störfaktor, sondern die Voraussetzung dafür, dass Vertrauen entsteht“, sagt Lübcke, die im Bundestag im Forschungsausschuss sitzt.
Lübcke macht deutlich, dass die Bündnisgrünen wirtschaftliche Entwicklung und gute Arbeitsplätze nicht gegeneinander ausspielen wollen: „Gute Arbeitsplätze und auch Industrieansiedlungen sind wichtig für Baruth und für Brandenburg. Aber wirtschaftliche Entwicklung, darf nicht auf Ausbeutung von natürlichen Ressourcen beruhen, sondern muss auf einer nachhaltigen Grundlage erfolgen. Gerade bei einer Ressource wie Wasser braucht es Sorgfalt, Offenheit und Entscheidungen auf Höhe der Zeit.“
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https://www.antennebrandenburg.de/programm/wiederkehrende-ereignisse/antenne_stammtisch/2026/ab-stammtisch--wasser-oder-wirtschaft--der-streit-um-das-red-bul.html