Andrea Lübcke für stärkere Verankerung im Schulalltag
Bei einem gemeinsamen Spaziergang auf Initiative der Europa Union Brandenburg und der Europa Union Berlin durch die deutsch-polnischen Doppelstadt Guben/Gubin hat sich die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke (Bündnis 90 Die Grünen) ein Bild von der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in der Euroregion Spree Neiße Bober gemacht. Im Mittelpunkt standen konkrete Projekte und die Frage wie die Region künftig noch enger zusammenwachsen kann.
Im Austausch mit regionalen Akteuren ging es unter anderem um die Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit etwa durch gemeinsame deutsch-polnisch Polizeiteams sowie um wirtschaftliche Perspektiven der Region, insbesondere im Kontext neuer Industrieansiedlungen und der Entwicklung eines Net Zero Valleys.
„Hier wird Europa ganz konkret gelebt, in der Zusammenarbeit von Behörden, in gemeinsamen Projekten, in wirtschaftlichen Perspektiven für die Region oder beim grenzüberschreitenden Kinderfußballturnier“, sagt Andrea Lübcke. „Dieses Potenzial ist enorm aber wir nutzen es noch nicht vollständig.“
Ein zentraler Schlüssel für eine engere Verzahnung ist aus Sicht der Bundestagsabgeordneten die Sprache. Während in Polen Deutsch weiterhin häufig als Fremdsprache gelernt wird, ist Polnisch auf deutscher Seite deutlich weniger verbreitet - auch in der unmittelbaren Grenzregion.
„Wenn wir wollen, dass wollen, dass diese Region noch stärker zusammenwächst, dann müssen wir auch sprachlich stärker aufeinander zugehen. Es ist ein echtes Defizit, dass Polnisch in vielen Schulen gerade im Grundschulbereich keine Rolle spielt“, so Lübcke.
Zwar gibt es Angebote etwa in Kitas oder an weiterführenden Schulen. Doch in der Grundschule fehlt dieser Zugang zur Sprache unserer Nachbarn bislang. „Hier braucht es bessere Rahmenbedingungen. Polnisch muss in Grenzregionen selbstverständlich Teil des Bildungsangebots werden können. Dafür braucht es auch eine entsprechende Verankerung im Rahmenlehrplan des Landes Brandenburg. Das wäre eine konkrete Investition in die Zukunft dieser Region.“
Zugleich unterstreicht Lübcke die Bedeutung offener Grenzen für die Entwicklung der Euroregion: „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit lebt davon, dass Menschen Ideen und Waren sich frei bewegen können. Dauerhafte Einschränkungen treffen gerade Regionen wie diese besonders hart und stehen dem Ziel eines enger zusammenwachsenden Europas entgegen.“
Die Veranstaltung der Europa Union Brandenburg und der Europa Union Berlin diente dazu, die Zusammenarbeit in der Euroregion Spree Neiße Bober weiter zu vertiefen. Im Austausch mit dem Geschäftsführer der Euroregion Carsten Jacob mit Torsten Roch sowie mit dem Bürgermeister der Stadt Guben Fred Mahro wurde insbesondere darüber gesprochen, wie grenzüberschreitende Kooperation konkret gestärkt werden kann. Andrea Lübcke ist zudem Vorstandsmitglied der Europa Union Dahme Spreewald.