Bundestagsabgeordnete warnt vor Folgen für den Bevölkerungsschutz
Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Dr. Andrea Lübcke hat am Sonntag die Landesjugend-Einsatzübung der DLRG Brandenburg auf der Insel Töplitz (Werder/Havel) begleitet. Rund 50 junge und erfahrene Einsatzkräfte trainierten dort von Freitag bis Sonntag gemeinsam das Suchen, Retten und Versorgen von Patient*innen. Die Übung bereitete sie auf Aufgaben im Bevölkerungsschutz vor.
Im Austausch mit den Ehrenamtlichen ging es auch um angekündigte Kürzungen bei den Hilfsorganisationen. Andrea Lübcke sieht darin ein falsches Signal für den Bevölkerungsschutz in Brandenburg.
„Die Anforderungen an den Bevölkerungsschutz wachsen. Extremwetter, Waldbrände und andere Krisen zeigen, wie wichtig gut ausgebildete Einsatzkräfte sind. Das Gros dieser Aufgaben tragen Ehrenamtliche. Sie investieren Zeit, übernehmen Verantwortung und bereiten sich auf Situationen vor, in denen schnelle Hilfe entscheidend ist”, lobte Andrea Lübcke das Engagement.
Die geplanten Kürzungen bei den Hilfsorganisationen würden einen besonders wichtigen Bereich treffen. Es geht um Ausbildung, Ausrüstung und Fahrzeuge sowie hauptamtliche Entlastung der Ehrenamtlichen. Es geht auch um die Orte, an denen junge Menschen Verantwortung lernen und später selbst im Einsatz helfen können.
“Die Erwartungen der Politik an den zum großen Teil durch Ehrenamtliche getragenen Bevölkerungsschutz sind in den letzten Jahren massiv gestiegen. Intensiv wird über ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr diskutiert. Jetzt genau bei den Strukturen die ohnehin spärlichen Mittel weiter zu kürzen, bei denen diese Dienste abgeleistet werden sollen, das passt nicht zusammen", kritisiert Lübcke.
Marie Palko, (21 Jahre) und stellvertretende Vorsitzende des Jugendvorstands der DLRG-Jugend Brandenburg, sagt:
„Als DLRG-Jugend bilden wir die künftigen Einsatzkräfte im Bevölkerungsschutz aus – alles ehrenamtlich und mit viel Herzblut. Wenn jetzt die Mittel gekürzt werden, zieht uns das die Beine weg. Dann fehlt Geld für Einsatzkleidung, Ausbildungen und Fahrzeuge. Am Ende trifft es die Jugendlichen, die bereit sind, Verantwortung für andere zu übernehmen. “
Ben Hoffmann, (19 Jahre) und ebenfalls stellvertretender Vorsitzender des Jugendvorstands, ergänzt: „Die Landesregierung redet immer wieder von Wertschätzung für ehrenamtliche Einsatzkräfte. Nun wird genau bei uns gekürzt. Das zeigt: Trotz vieler Sonntagsreden wird beim Ehrenamt zuerst gespart. Wertschätzung zeigt sich nicht in Worten, sondern darin, ob Ausbildung und Einsatzfähigkeit abgesichert werden.“
Hintergrund:
Der Landtag Brandenburg hatte im vergangenen Jahr den Antrag „Die Brandenburger Hilfsorganisationen stärken!“ beschlossen. Die Mittel für Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz wurden damals leicht erhöht. Sie sind im Einzelplan 3 unter Titel 685 14 „Landeszuschüsse an die im Katastrophenschutz mitwirkenden Hilfsorganisationen und Vereinen“ veranschlagt. Nun stehen diese Mittel erneut unter Kürzungsdruck.