Bündnisgrüne lassen sich nicht einschüchtern
In der Nacht zum Freitag ist die Schaufensterscheibe des Grünen Ladens in der Straße der Jugend in Cottbus zerstört worden. Zudem wurde eine Regenbogenflagge entwendet. Der Angriff reiht sich in weitere Vorfälle der vergangenen Tage ein. In der Nacht zu Donnerstag wurden Brandsätze gegen das alternative Wohnprojekt Zelle 79 geworfen. Auch ein nahegelegener Jugendclub wurde angegriffen. Die Polizei ermittelt dort unter anderem wegen des Verdachts des versuchten Mordes.
„Es ist feige, einen politischen Treffpunkt im Schutz der Nacht anzugreifen“, sagt Daniel Scholz, Vorstandsvorsitzender der Cottbuser Bündnisgrünen. „Der Grüne Laden bleibt offen. Wir lassen uns nicht einschüchtern und werden weiter für Demokratie, Vielfalt und eine solidarische Stadtgesellschaft arbeiten.“
Heide Schinowsky, Vorsitzende der Bündnisgrünen Spree-Neiße, ergänzt: „Angriffe auf alternative Projekte und Einschüchterungsversuche sollen Angst verbreiten und Menschen aus dem öffentlichen Raum drängen. Das werden wir nicht hinnehmen. Cottbus darf sich an solche Taten nicht gewöhnen. Eine weltoffene Stadt lebt davon, dass Menschen sichtbar Haltung zeigen und sich füreinander einsetzen.“
Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Dr. Andrea Lübcke sieht in der Angriffswelle einen Rückschlag für den Strukturwandel in der Region: „Die Stadt braucht Fachkräfte, engagierte Unternehmen und Menschen, die hier investieren wollen. Rechte Gewalt und Einschüchterung beschädigen das Ansehen der Stadt weit über Cottbus hinaus. Das darf nicht zum Normalzustand werden. Solche Taten müssen konsequent aufgeklärt werden. Betroffene brauchen Schutz und verlässliche Unterstützung. Demokratiearbeit und Prävention vor Ort müssen dauerhaft gesichert sein.“
Im Grünen Laden gegenüber dem Glad-House arbeiten die Kreisverbände der Bündnisgrünen Cottbus und Spree-Neiße. Dort befindet sich auch das Regionalbüro der Brandenburger Bundestagsabgeordneten Dr. Andrea Lübcke. Zudem trifft sich dort der Vorstand des Fördervereins Cottbuser Aufbruch e. V. Kurz nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wurde der Laden auch zu einem Treffpunkt für ukrainische Mütter und ihre Kinder. Der Grüne Laden ist ein wichtiger Ort für politische Arbeit, Beratung und zivilgesellschaftliches Engagement in Cottbus.