Andrea Lübcke für Rodungsmoratorium
Nach dem Beschluss der Baruther Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend über den neuen Bebauungsplan für die Erweiterung des Produktionsstandortes fordert die bündnisgrüne Bundestagsabgeordnete Dr. Andrea Lübcke ein Moratorium für die geplante Rodung. Für das Dosenwerk und die Standorterweiterung sollen rund 17 Hektar Wald verschwinden. Größere Fällarbeiten werden aus Gründen des Artenschutzes üblicherweise zwischen dem 1. Oktober und Ende Februar vorgenommen. Damit könnte die Rodung bereits in wenigen Wochen beginnen.
„Bis der Bebauungsplan rechtswirksam in Kraft getreten ist und sämtliche für die Waldumwandlung erforderlichen Genehmigungen vorliegen, braucht es ein Rodungsmoratorium. Die zuständigen Behörden und die Unternehmen müssen sich dazu verbindlich verpflichten. Vorher darf kein Baum gefällt werden“, fordert Lübcke.
Am Standort im Wasserschutzgebiet Lindenbrück soll ein Dosenwerk mit vier Produktionslinien und einer Kapazität von rund 3,3 Milliarden Dosen pro Jahr entstehen. Die bisherige hydrologische Grundlage ist rund 20 Jahre alt. Die darin verwendeten Daten sind noch älter. Seitdem haben sich die klimatischen Bedingungen verändert. Trockene und heiße Jahre stellen den Wasserhaushalt in der Region vor neue Herausforderungen.
„Die zuständigen Behörden müssen aktuelle Daten und den gesamten künftigen Wasserbedarf in den Blick nehmen. Neben dem Dosenwerk stehen weitere große Vorhaben im Raum. Zugleich hat die Stadt erklärt, dass aus dem Grundwasservorkommen kein zusätzliches Wasser zur Verfügung gestellt werden kann. Die Menschen in Baruth haben ein Recht auf Antworten, bevor der Wald verschwindet“, so Lübcke.
Lübcke hatte sich bereits im August an einer Grundwassermessstelle im rund 20 Kilometer von Baruth entfernten Heinsdorf bei Dahme/Mark über die Entwicklung informiert und an einer Messung teilgenommen. Die dort aufgezeichneten Daten zeigen einen deutlichen Rückgang. Der Grundwasserstand in der Region sank von rund 83,9 Metern über Normalhöhennull im Jahr 2014 auf zuletzt etwa 82,1 Meter. Das entspricht einem Rückgang von rund 1,8 Metern innerhalb von zwölf Jahren.
.....
„Auskunftsplattform Wasser“ mit Daten zu Heinsdorf
https://apw.brandenburg.de/#