Protest in Frankfurt (Oder)
Etwa 150 Menschen haben sich in Frankfurt (Oder) an einer weiteren Demonstration gegen die geplanten Einsparungen im Kulturbereich beteiligt. Kulturschaffende, Beschäftigte, Studierende und Bürger*innen machten deutlich: Eine lebendige Kulturlandschaft ist zentral für Lebensqualität, Bildung und die Attraktivität der Stadt.
„Die vom neu gewählten und parteilose Bürgermeister Axel Strasser vorgeschlagenen Kürzungspläne setzen lange gewachsene Strukturen unserer vielfältigen Kulturlandschaft leichtfertig und ganz ohne Not aufs Spiel“, kritisiert Oliver Kossack, Stadtsprecher der Frankfurter Bündnisgrünen. „Deshalb fordern wir, dass alle geplanten Kürzungen vom Tisch kommen und stattdessen gemeinsam mit den Einrichtungen tragfähige Lösungen für die Finanzierung und den Erhalt des Kulturangebots unserer Stadt entwickelt werden. Gerade in unserer europäischen Doppelstadt darf nicht ausgerechnet dort gespart werden, wo Zusammenhalt, Bildung und Identifikation entstehen.“
Sahra Damus, Stadtverordnete der Bündnisgrünen, kündigt an: „Wir werden in der Stadtverordnetenversammlung hart dafür kämpfen, dass die geplanten Kürzungen im Kulturbereich nicht umgesetzt werden. Kultur und kulturelle Bildung sind keine freiwilligen Luxusausgaben, sondern Grundpfeiler einer lebenswerten Stadt.“
Auch die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Dr. Andrea Lübcke schloss sich der Protestaktion an. Sie sitzt im Forschungsausschuss des Deutschen Bundestages und besuchte zuvor das renommierte IHP Leibniz Institut für innovative Mikroelektronik in Frankfurt (Oder). Dort sprach sie auch über Fachkräfte und Standortfragen. „Kultur ist ein entscheidender Standortfaktor. Die Lebensqualität am Arbeitsort ist für viele Menschen ausschlaggebend. Dazu gehört eine lebendige Stadt mit kultureller Vielfalt. Gerade hochqualifizierte Fachkräfte entscheiden sich nicht nur nach dem Arbeitsplatz, sondern nach dem gesamten Lebensumfeld. Wer Fachkräfte gewinnen und halten will, muss in Kultur, Bildung und Lebensqualität investieren statt kürzen. Frankfurt hat hier viel zu bieten. Diese Stärken müssen wir sichern und weiter ausbauen.“
Die Frankfurter Bündnisgrünen unterstützen daher die Forderungen der Demonstrierenden nach einem Erhalt der Kultur- und Bildungsorte in Frankfurt (Oder). Die geplanten Einsparungen von rund 120.000 Euro stünden in keinem Verhältnis zu den langfristigen Schäden für Stadtgesellschaft und Standortattraktivität.