Potsdam Science Park Golm als Schlüsselstandort
Im Rahmen eines Besuchs informierte sich die promovierte Physikerin und Bundestagsabgeordnete Dr. Andrea Lübcke, Mitglied im Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung, über mehrere Forschungseinrichtungen im Potsdam Science Park in Golm. „Gerade in der Biotechnologie und den Life Sciences wird hier auf Weltniveau geforscht. Entscheidend ist: In Golm entstehen Innovationen, die das Leben der Menschen in Brandenburg konkret verbessern“, sagt Lübcke.
Am Start-up CanChip werden mit sogenannten „Tumor-on-a-chip“-Systemen menschliche Tumore im Miniaturformat nachgebildet und können Tierversuche im Medikamentenscreening perspektivisch ersetzen. Das Ergebnis: Das Ergebnis: schnellere Entwicklung und passgenauere Therapien. An neuen Ansätzen für personalisierte Medizin, die Behandlungen gezielter und wirksamer macht, arbeitet auch das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie. Am Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung wird unter anderem an Impfstoff- und Medikamentenentwicklung gearbeitet.
“Der Science-Park Golm zeigt, welches Potenzial in Brandenburg steckt. Wir erwarten, dass sich das brandenburgische Wissenschaftsministerium im Dialogprozess zur Hightech-Agenda deutlich einbringt und die Interessen Brandenburgs mit Nachdruck vertritt. Ein starkes Zusammenspiel von Land, Wissenschaft und Wirtschaft ist entscheidend, damit auch Brandenburg von der Hightech-Agenda profitieren kann“, so Lübcke.
Der Potsdam Science Park zählt bereits heute zu den wichtigsten Innovationszentren in Brandenburg. Wissenschaft und Wirtschaft arbeiten hier eng zusammen, insbesondere in Zukunftsfeldern wie Biotechnologie, Künstlicher Intelligenz und personalisierter Medizin. Der Standort bildet bereits heute ein dynamisches Ökosystem mit über 50 Unternehmen und Start-ups sowie sechs Open-Innovation-Zentren und sogar einem internationalen Kindergarten. Insgesamt sind rund 12.500 Beschäftigte und Studierende vor Ort aktiv, darunter etwa 2.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus über 70 Nationen.
Ein dynamischer Innovationsstandort braucht jedoch mehr als exzellente Forschung und innovative Unternehmen – er muss auch gut erreichbar sein. „Wenn wir wollen, dass hier die klügsten Köpfe zusammenkommen und Innovation entsteht, dann müssen sie den Standort auch schnell, zuverlässig und komfortabel erreichen können“, so Lübcke. Zwar verfügt Golm über einen eigenen Bahnhof, doch die Taktung der Verbindungen – vor allem in Richtung Berlin – ist verbesserungswürdig. Auch die Busverbindung vom Potsdamer Hauptbahnhof wird häufig als wenig attraktiv empfunden: Die Fahrt dauert rund 30 Minuten, erfolgt oft in überfüllten Bussen und führt zudem über das touristisch stark frequentierte Schloss Sanssouci. Eine engere Taktung der Bahnverbindungen aus Berlin sowie eine direkte und schnellere Shuttle-Anbindung durch einen Express-Bus vom Potsdamer Hauptbahnhof wären geeignete Maßnahmen.
Hintergrund Hightech-Agenda
Die Bundesregierung will bis 2029 insgesamt 18 Milliarden Euro im Rahmen der Hightech-Agenda in den Innovationsstandort Deutschland investieren, um die Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und die technologische Souveränität von Deutschland und Europa zu stärken. Die Hightech-Agenda nimmt sechs Schlüsseltechnologien in den Fokus: Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Biotechnologie, Mikroelektronik, Fusion und klimaneutrale Energieerzeugung sowie Technologien für die klimaneutrale Mobilität. Darüber hinaus definiert die Hightech-Agenda weitere strategische Forschungsfelder – darunter z. B. die Gesundheitsforschung.
Aktuell finden im Rahmen der Hightech-Agenda Partnerdialoge mit relevanten Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft und mit den Ländern statt. Ende Mai soll im Rahmen der Hightech-Agenda-Tage eine erste Version der Roadmaps für die einzelnen Schlüsseltechnologien vorgestellt werden.