Warnung vor Abbau von Klima- und Naturschutz
Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Dr. Andrea Lübcke nahm am Montag, 19. Januar 2026, am gemeinsamen Hallenrundgang auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin teil. Zusammen mit Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke sowie Agrarministerin Hanka Mittelstädt besuchte sie die Brandenburg-Präsentation in der Brandenburg-Halle 21a.
Andrea Lübcke verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass der Brandenburger Auftritt auf der IGW ein wichtiges Signal für die Entwicklung des ländlichen Raums und der Landwirtschaft setze: Die Internationale Grüne Woche zeigt sehr konkret, wohin sich Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Entwicklung bewegen können. Regionalität, kurze Lieferketten, faire Erzeugung sowie Bio- und Tierwohlstandards sind zentrale Zukunftsthemen. Wenn Brandenburg diese Stärken sichtbar macht, ist das ein starkes Zeichen.“
Zugleich machte die IGW deutlich, dass die Transformationsdebatte in der Landwirtschaft herausfordernd bleibe: „Die Branche steht unter Druck – und die Zielkonflikte sind real, etwa zwischen Umwelt- und Klimaschutz auf der einen Seite und wirtschaftlichen Zwängen auf der anderen. Gerade deshalb braucht es Dialog, Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen für Betriebe, die den Wandel mitgehen.“
Kritisch äußerte sich Lübcke zu aktuellen Forderungen nach einem radikalen Abbau von Klima- und Naturschutzstandards. Auf der Eröffnungspressekonferenz der Grünen Woche habe der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, öffentlich einen „Rasenmäher“ für Regulierung gefordert – verbunden mit dem Vorschlag, alles an Regulatorik „seit 2010 auf die Seite“ zu räumen.
“Ein Regulierungs-Rasenmäher macht alles platt – nur nicht die Probleme. Klimakrise, Artensterben und Belastungen des Grundwassers verschwinden nicht, wenn man sie ignoriert. Wer Klimaziele beschwört und gleichzeitig die Instrumente dafür abschaffen will, erkennt das Feuer – und wirft den Feuerlöscher weg. Das ist kein Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft, das ist verantwortungslos”, kritisierte Lübcke am Rande des Rundgangs.
Zugleich machte sie klar, dass es praktikable Lösungen brauche: „Natürlich müssen Regeln umsetzbar sein, Bürokratie muss runter, und Betriebe brauchen Planungssicherheit. Aber die Antwort auf Druck und Krisen kann nicht heißen: Klimaschutz abbauen. Wer Landwirtschaft stärken will, muss sie resilient machen – und das geht nur mit verlässlichen Leitplanken und einer fairen Finanzierung des Umbaus.“
Im Anschluss an den Hallenrundgang wurde der Brandenburg-Tag mit einem offiziell eröffnet. Dort wurde auch traditionell der Staffelstab für das Dorf- und Erntefest übergeben. Das Brandenburger Dorf- und Erntefest 2026 findet in Dahmelang (Landkreis Potsdam-Mittelmark) statt. Lübcke sagte: „Termin ist notiert – ich freue mich auf Dahmelang 2026.“