Bundestagsabgeordnete Lübcke besucht ZALF und die Obstbau-Versuchsstation der LVGA in Müncheberg
Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke (Bündnis 90/Die Grünen) besuchte im Rahmen ihres Antrittsbesuchs das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) sowie die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau und Arboristik e.V. (LVGA) mit ihrer Obstbau-Versuchsstation (OBVS) in Müncheberg. Als Mitglied im Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages informierte sie sich über die wissenschaftlichen Arbeiten am Standort und deren Bedeutung für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Land- und Gartenbauentwicklung in Brandenburg.
Am ZALF standen Fragen zur Entwicklung klimaresilienter Agrarlandschaften, zur Bodenforschung und zur Nutzung wissenschaftlicher Daten im Mittelpunkt – Themen, die auch im Bundestag, etwa im Rahmen des Forschungsdatengesetzes, derzeit intensiv diskutiert werden.
In der Obstbau-Versuchsstation informierten der technische Leiter Tobias Hahn sowie Daniel Kaiser, Stellvertretender Geschäftsführender Leiter der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau und Arboristik e.V. (LVGA), über laufende Projekte und die Herausforderungen der praktischen Versuchstätigkeit. Gemeinsam stellten sie die Arbeitsfelder der Station vor – von Sortenversuchen über Bewässerungstechniken bis hin zu Fragen der Klimaanpassung im Obstbau.
Im Austausch wurde auch die Forschung zu Agri-Photovoltaik erläutert. Bei dieser Technologie werden landwirtschaftliche Flächen gleichzeitig für die Kulturproduktion und zur Stromerzeugung genutzt. Die Einrichtungen in Müncheberg untersuchen, wie solche Anlagen im Obst- und Ackerbau sinnvoll integriert werden können und welchen Beitrag sie zur Stabilisierung von Erträgen und zum Schutz vor Witterungsextremen leisten können. Während der Rundgänge erhielt Lübcke Einblicke in die umfangreichen Sortenbestände der Obstbau-Versuchsstation, die mit zahlreichen alten und neuen Apfel- und Birnensorten einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität und zur Entwicklung robuster, klimaanpassungsfähiger Kulturen leisten. Ebenso wurde die Arbeit der Station im Bereich der Bewässerungs- und Anbausysteme vorgestellt.
Ein weiterer Themenbereich war die wissenschaftliche Untersuchung von Alleenbäumen, die in Müncheberg ebenfalls erfolgt. Die Station erforscht deren Vitalität und Entwicklung unter sich wandelnden Klimabedingungen, was gerade in Brandenburg große Bedeutung hat. Lübcke, die Mitglied der Parlamentsgruppe „Kulturgut Alleen“ im Deutschen Bundestag ist, hob die Bedeutung dieser Forschungen für den Erhalt der brandenburgischen Alleen hervor.
Lübcke: „Die Forschung in Müncheberg zeigt eindrucksvoll, wie Wissenschaft und Anwendung zusammenkommen. Hier wird an Lösungen gearbeitet, die sicherstellen, dass wir uns auch in Zeiten der Klimakrise gesund, regional und sicher ernähren können.“
Gerade in Brandenburg, wo frühe Blüte und wiederkehrende Spätfröste den Obst- und Gartenbau besonders herausfordern, sind solche Forschungsarbeiten unverzichtbar. Die Obstbau-Versuchsstation leistet einen wichtigen Beitrag für einen konkurrenzfähigen Obstanbau, nicht nur in Brandenburg, der widerstandsfähiger, nachhaltiger und zukunftsorientierter wird. „Wir brauchen Orte, an denen innovative Ansätze erprobt werden – und Menschen, die diese mit großer Kompetenz voranbringen“, so Lübcke.
Sie kündigte an, den begonnenen Austausch fortzuführen und sich im Bundestag weiterhin für verlässliche Rahmenbedingungen der agrarwissenschaftlichen Forschung einzusetzen.