Verzögerung beim zweiten Bauabschnitt sorgen für Unmut
Die Brandenburger Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke folgte am 30. März der Einladung des Bürgermeisters der Gemeinde Heidesee (Landkreis Dahme-Spreewald), Björn Langner, und nahm als Gast an einem vor Ort organisierten Spatenstich für den neuen Gehweg im Ortsteil Kolberg teil.
Der Ausbau der Landesstraße L39 stellt seit vielen Jahren ein zentrales Anliegen der Gemeinde sowie der Anwohnerinnen und Anwohner dar. Tatsächlich mussten die Kolbergerinnen und Kolberger fast 30 Jahre auf den Beginn der Bauarbeiten warten. Wiederholt wurde das Vorhaben verschoben, bevor im Jahr 2025 schließlich mit der Umsetzung begonnen werden konnte. Derzeit erfolgt der Ausbau im ersten Bauabschnitt zwischen dem Platz der Einheit und dem Ortsausgang Prieros unter Vollsperrung. Die Fertigstellung dieses Abschnitts ist voraussichtlich für den Sommer geplant. Die Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 1,6 Millionen Euro. Davon trägt die Gemeinde etwa 432.000 Euro für beide Bauabschnitte.
„Selbst wenn es jetzt endlich einen symbolischen Spatenstich für den neuen Gehweg gibt, darf nicht übersehen werden, wie lange die Menschen hier warten mussten. Wenn ein Infrastrukturprojekt über Jahrzehnte dauert, ist offensichtlich etwas aus dem Ruder gelaufen. Besonders hervorzuheben ist das außergewöhnliche Engagement der Kolberger Bürgerinnen und Bürger. Über Jahrzehnte hinweg haben sie sich mit großem Einsatz, zahlreichen Initiativen, Petitionen und Aktionen für den Ausbau ihrer Ortsdurchfahrt stark gemacht und immer wieder auf die Missstände aufmerksam gemacht. Dieses beharrliche Engagement hat maßgeblich dazu beigetragen, dass das Projekt nun endlich begonnen werden konnte“, sagte Andrea Lübcke am Rande des Spatenstichs.
Während ihres Besuchs wurde auch deutlich, welche konkreten Belastungen die Situation für die Menschen vor Ort bedeutet. Viele Anwohner berichten von erheblichen Schäden an ihren Häusern, die durch den starken Verkehr und insbesondere durch den Lkw-Durchgangsverkehr entstanden sind. Erschütterungen, Risse in Gebäuden sowie eine dauerhaft eingeschränkte Lebensqualität sind seit Jahren Realität in Kolberg.
Die Freude über den begonnenen Straßenbau wurde jedoch durch neue Entwicklungen zum weiteren Bauverlauf deutlich getrübt. Ursprünglich war vorgesehen, nach Abschluss des ersten Bauabschnitts unmittelbar mit dem zweiten Abschnitt weiterzumachen, um die Ortsdurchfahrt zügig insgesamt zu erneuern. Nach aktuellem Stand ist dies jedoch nicht mehr realistisch, kündigte Bürgermeister Langner an. Eine Ausschreibung sei demnach bislang nicht erfolgt, zudem bestehen weiterhin offene Genehmigungsfragen. Nach derzeitiger Planung werde ein Baubeginn erst im Frühjahr 2027 erwartet. Für die Anwohner bedeutet dies, dass ein wesentlicher Teil der Ortsdurchfahrt – insbesondere die weiterhin stark belasteten Abschnitte – zunächst unverändert bleibt.
Dmit droht, dass der Verkehr nach Abschluss des ersten Bauabschnitts weiter über die noch nicht sanierte Strecke geführt wird. Gerade auf den Abschnitten mit Kopfsteinpflaster könnten die bisherigen Belastungen fortbestehen oder erneut zunehmen. Vor dem Hintergrund der bereits entstandenen Schäden an Gebäuden und der langjährigen Belastung ist dies für viele Betroffene nur schwer nachvollziehbar.
„Es ist schwer vermittelbar, dass nach Jahrzehnten des Wartens nun erneut eine längere Pause entsteht und das Land weiter schweigt“, so die Bundestagsabgeordnete. Lübcke kündigte in Kolberg an sich dazu direkt beim neuen Bauminister Robert Crumbach nach dem aktuellen Stand erkundigen.
Im Gespräch mit Bürgerinnen und Bürgern nahm die Bundestagsabgeordnete die Anliegen vor Ort auf und machte deutlich: „Die Situation vor Ort und die Belastungen für die Anwohner sind nicht länger hinnehmbar. Hier ist das Land Brandenburg in der Verantwortung. Verzögerungen können passieren, aber nach Jahrzehnten des Wartens müssen die Abläufe jetzt verlässlich und transparent sein. Ich kann nicht versprechen, dass sich alles kurzfristig lösen lässt, aber ich werde mich dafür einsetzen, dass zumindest offenen Fragen schnell geklärt werden.“