Gleichstellung und Einstein-Teleskop sorgten für Gesprächsstoff
Am Vorabend des Internationaler Frauentag folgten rund 60 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft der Einladung der Brandenburger Bundestagsabgeordneten Andrea Lübcke (Bündnis 90/Die Grünen) zum bündnisgrünen Frühlingsempfang der Kreisverbände Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming nach Königs Wusterhausen. An dem Empfang nahm auch die Landesvorsitzende der Brandenburger Bündnisgrünen, Juliana Meyer teil. Im Rahmen der Veranstaltung wurde zugleich das neue Wahlkreisbüro der Abgeordneten offiziell eröffnet. Damit haben die Grünen erstmals eine feste Anlaufstelle in Königs Wusterhausen.
„Dieses Büro soll ein Ort für Begegnung, Austausch und Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen sein“, sagte Andrea Lübcke zur Begrüßung. Zugleich verwies sie auf ihre Rolle als Vertreterin Brandenburgs im Deutscher Bundestag: Bund, Land und Kommunen müssten eng zusammenarbeiten, um die Region erfolgreich weiterzuentwickeln. In der Region gebe es große wissenschaftliche Kompetenz, wie man etwa beim geplanten Einstein-Teleskop oder bei Projekten zum autonomen Fahren in Schönefeld sehen könne.
Inhaltliche Impulse lieferten Heike Zettwitz, Erste Beigeordnete und stellvertretende Landrätin des Landkreis Dahme-Spreewald, sowie Christian Stegmann, Direktor für Astroteilchenphysik und Leiter des DESY-Standorts Zeuthen.
Zettwitz wies darauf hin, dass viele politische Ämter – insbesondere in der Kommunalpolitik – noch immer überwiegend von Männern besetzt seien. Frauen stünden häufig vor zusätzlichen Belastungen durch Beruf, Familie und die Pflege von Angehörigen. Deshalb sei es wichtig, mehr Frauen für politische Ämter zu gewinnen und gezielt zu unterstützen.
Stegmann erklärte, dass sich die Situation am Forschungszentrum DESY in den vergangenen Jahren deutlich verbessert habe. Während es vor rund 14 Jahren noch keine Frauen in leitenden wissenschaftlichen Positionen gegeben habe, liege ihr Anteil inzwischen bei etwa 40 Prozent. Möglich geworden sei dies unter anderem durch Förderprogramme der Helmholtz-Gemeinschaft, die gezielt Spitzenwissenschaftlerinnen an Forschungszentren holen sollen. Auch im Direktorium habe es über mehr als 60 Jahre keine Frau gegeben – inzwischen seien von sechs Direktorinnen drei Frauen, darunter auch eine Vorsitzende des Direktoriums.
Der heimliche Star des Abends und dominierende Gesprächsthema war das geplante Einstein-Teleskop. Mit diesem Forschungsprojekt sollen die Anfänge des Universums untersucht werden. Die Lausitz hat gute Chancen auf den Zuschlag, da das Projekt einen besonders stabilen Untergrund benötigt. Das weltweit einzigartige Milliardenprojekt könnte tausende neue Hightech-Arbeitsplätze im Osten Deutschlands schaffen. Forschende erhoffen sich dadurch neue Erkenntnisse über die Entstehung von schwarzen Löchern, Neutronensternen und die Entwicklung des Universums.
Das neue Wahlkreisbüro in Königs Wusterhausen soll künftig regelmäßig Veranstaltungen und Dialogformate anbieten. So ist für den 13. März eine Diskussionsveranstaltung zum Thema Gendermedizin geplant (“Warum Männer und Frauen manchmal unterschiedliche Behandlung brauchen”), zu der die ehemalige brandenburgische Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher eingeladen wurde.
Die promovierte Physikerin Dr. Andrea Lübcke (47) aus Eichwalde hatte im Juli 2025 das Bundestagsmandat von Annalena Baerbock übernommen. Im Bundestag arbeitet sie im Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung und u. a. im Unterausschuss für Sorben und Wenden. Lübcke unterhält Regionalbüros in Potsdam, Cottbus, Frankfurt (Oder) und nun auch in Königs Wusterhausen.