Ministerium nennt Gründe für Verzögerung
Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach bestätigt, was vor Ort schon seit einiger Zeit befürchtet wurde: Der zweite Bauabschnitt beim Ausbau der L 39 in Kolberg (LDS) verzögert sich. Auf die Anfrage der Brandenburger Bundestagsabgeordneten Dr. Andrea Lübcke teilte das Ministerium mit, dass der Abschnitt nicht wie ursprünglich vorgesehen unmittelbar an den ersten Bauabschnitt anschließen kann. Grund sind zusätzliche Untersuchungen im Genehmigungsverfahren im Zusammenhang mit der notwendigen Entwässerung. Nach derzeitigem Stand soll die Sanierung der L 39 in der Ortsdurchfahrt Kolberg voraussichtlich Anfang 2027 fortgesetzt werden.
„Die Antwort des Ministers schafft nun zumindest Klarheit. Für die Menschen in Kolberg ist das nach Jahrzehnten des Wartens natürlich enttäuschend. Umso wichtiger ist jetzt, dass das Land Brandenburg verlässlich kommuniziert, die Planungen konsequent vorantreibt und weitere Verzögerungen nach Möglichkeit vermeidet“, sagt Lübcke. „Ich danke Minister Crumbach ausdrücklich für die ausführliche Rückmeldung. Sie zeigt zumindest, dass Kolberg im Ministerium auf dem Tisch liegt und die Situation vor Ort ernst genommen wird.“
Nach Angaben des Ministeriums befindet sich der erste Bauabschnitt seit dem 24. Juli 2025 in der Bauausführung und verläuft aktuell planmäßig. Die Erneuerung der Fahrbahndecke auf der L 391 sei bereits abgeschlossen; die Verkehrsfreigabe erfolgte am 15. September 2025. Der zweite Bauabschnitt soll an den ersten anschließen und bis zum Ortsausgang in Richtung Blossin führen.
Als Ursache für die Verschiebung nennt das Ministerium die im zweiten Bauabschnitt notwendige geschlossene Entwässerung. Für den Bau der Entwässerungsanlagen seien bauzeitliche Grundwasserabsenkungen erforderlich, die gesondert bemessen werden müssten. Zudem seien zusätzliche Untersuchungen im Genehmigungsverfahren notwendig geworden.
Nach derzeitigem Stand sollen die vorbereitenden Maßnahmen für den zweiten Bauabschnitt im vierten Quartal 2026 beginnen. Die Fortsetzung der Baumaßnahme zur Sanierung der L 39 in der Ortsdurchfahrt Kolberg werde voraussichtlich Anfang 2027 erfolgen. Diese Angaben hängen nach Darstellung des Ministeriums von der Durchführung und den Ergebnissen der zusätzlichen Untersuchungen ab.
„Die Kolbergerinnen und Kolberger haben fast 30 Jahre auf den Beginn der Bauarbeiten gewartet. Viele berichten seit Jahren von Erschütterungen, Gebäudeschäden und massiven Belastungen durch den Durchgangsverkehr. Es darf jetzt nicht der Eindruck entstehen, dass nach dem ersten Abschnitt wieder Stillstand einkehrt. Die Menschen vor Ort brauchen einen nachvollziehbaren Zeitplan und regelmäßige Informationen“, so Lübcke.
Die Bundestagsabgeordnete hatte sich nach ihrem Besuch in Kolberg direkt an den Minister gewandt. Bei einem Vor-Ort-Termin Ende März hatte sie auf Einladung des Heideseer Bürgermeisters Björn Langner am Spatenstich für den neuen Gehweg teilgenommen und mit Bürgerinnen und Bürgern über die seit Jahren belastende Situation gesprochen. Bereits damals war deutlich geworden, dass die Freude über den begonnenen Ausbau durch die absehbare Verzögerung des zweiten Bauabschnitts erheblich getrübt wurde.
Lübcke kündigte an, Anfang Juni erneut nach Kolberg zu kommen, um sich vor Ort ein Bild von der aktuellen Situation zu machen und mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.