Warum Gaming für den Wirtschafts- und Innovationsstandort relevant ist
Gaming ist in Deutschland längst Alltag: 37,5 Millionen Menschen spielen, quer durch alle Altersgruppen – das ist fast jede*r Zweite. Deutschland ist damit der größte Games-Markt Europas.
Was dabei auffällt: Ein großer Teil der Spiele, die hier gespielt werden, wird nicht hier entwickelt.
Das ist eine verpasste Chance für Wertschöpfung, Innovation und Arbeitsplätze.
Denn Games verbinden Kreativwirtschaft mit Hochtechnologie: von Grafik-Engines über Künstliche Intelligenz bis zu komplexen Simulationen.
Warum Gaming politisch relevant ist
Für den Forschungs-, Technologie- und Wirtschaftsstandort Deutschland ist Gaming aus mehreren Gründen wichtig:
Innovation und Technologie
Viele technologische Entwicklungen – etwa bei Simulationen, Echtzeitgrafik oder interaktiven Systemen – entstehen im Gaming oder werden dort entscheidend vorangetrieben. Sie wirken heute weit über die Branche hinaus: als digitale Zwillinge in Industrieanlagen, beim autonomen Fahren oder bei neuen Technologien im Verteidigungsbereich. Gaming verändert nachhaltig Industrie, Forschung, Bildung und Citizen-Science-Projekte.
Wirtschaft mit ungenutztem Potenzial
Deutschland ist ein starker Absatzmarkt, aber als Entwicklungs- und Produktionsstandort bislang unterrepräsentiert. Wo Spiele entwickelt werden, entstehen qualifizierte Arbeitsplätze, kreative Ökosysteme und Folgeinnovationen. Internationale Vergleiche zeigen: Verlässliche Rahmenbedingungen, die Investitionen ermöglichen und Planungssicherheit schaffen, machen hier einen Unterschied.
Eine steuerliche Games-Förderung kann dazu beitragen, Ausbildung, Entwicklung, Produktion und öffentliche Sichtbarkeit besser zusammenzubringen und das Zusammenspiel im Games-Ökosystem zu stärken.
Games sind Kulturgut
Games sind ein prägendes Medium unserer Zeit – mit eigenen Erzählformen, Ästhetiken und gesellschaftlichen Debatten. Sie verdienen kulturelle Anerkennung, künstlerische Freiheit und öffentliche Sichtbarkeit – auf Augenhöhe mit anderen Kulturformen.
Verantwortung und Schutz digitaler Räume
Gute Gaming-Politik heißt auch, Verantwortung mitzudenken.
Dazu gehören ein zeitgemäßer Jugend- und Verbraucherschutz, transparente und faire Monetarisierungsmodelle sowie der Schutz vor Diskriminierung und Hass in digitalen Spielräumen.
Entscheidend dabei ist:
Schutz muss wirksam sein, sich an der Lebensrealität orientieren und gemeinsam mit Eltern, Pädagog*innen und der Community weiterentwickelt werden – ohne zu bevormunden.
Kurz gesagt
Gaming prägt unsere Wirtschaft, unsere Technologien und unsere Kultur.
Dass Entwicklung und Produktion bislang nur in begrenztem Umfang in Deutschland stattfinden, steht im Widerspruch zur Bedeutung dieses Mediums.
Eine zeitgemäße Standort-, Forschungs- und Kulturpolitik sollte das berücksichtigen.