Games prägen Kultur, erzählen Geschichten, schaffen Gemeinschaft und eröffnen neue Wege, Wissen zu vermitteln. Deshalb brauchen wir Orte, an denen Games nicht nur gespielt, sondern verstanden, eingeordnet und kritisch diskutiert werden.
Die folgende Pressemitteilung wurde von Pixelgrüne e. V. veröffentlicht. Für den Inhalt ist die herausgebende Organisation verantwortlich.
Der Verein Pixelgrüne veröffentlicht heute den offenen Brief „Kein House of Games ohne das Computerspielemuseum – öffentliche Finanzierung jetzt!“. Darin fordert der Verein Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und den Berliner Senat auf, gemeinsam eine öffentliche Finanzierung für das Computerspielemuseum Berlin zu ermöglichen. Ziel ist, dass das Museum fester Bestandteil des geplanten House of Games wird und vom dort entstehenden Ökosystem aus Branche, Forschung, Kultur und Community profitieren kann.
Der offene Brief startet mit mehr als 40 Erstunterzeichner*innen aus der Games-, Kreativ- und Museumsbranche sowie aus der Politik. Zu den Erstunterzeichnerinnen gehören unter anderem Paintbucket Games und Dr. Andrea Lübcke, Bundestagsabgeordnete und Berichterstatterin für Gamespolitik der Bündnisgrünen Bundestagsfraktion. Ab sofort kann der Brief frei unterzeichnet und geteilt werden.
Hintergrund ist das in Berlin entstehende House of Games, ein staatlich geförderter Hub für die Games-Branche. Nach den bisherigen Planungen ist das Computerspielemuseum dort nicht vorgesehen. Aus Sicht von Pixelgrüne droht damit ein zentrales Kulturprojekt der Games-Geschichte außen vor zu bleiben.
Games seien nicht nur Wirtschaftsfaktor, sondern ein gesellschaftlich relevantes Kulturgut, so Pixelgrüne. Das House of Games dürfe deshalb nicht allein als Standortprojekt für Unternehmen gedacht werden, sondern müsse auch kulturelle Teilhabe, Medienkompetenz und öffentliche Zugänglichkeit ermöglichen. Das Computerspielemuseum sei dafür der naheliegende Partner.
Das 1997 gegründete Computerspielemuseum in Berlin gilt als weltweit erstes Museum seiner Art. Es leistet wichtige Arbeit bei der Bewahrung, Restaurierung und Erforschung digitaler Spielkultur. Dazu gehören unter anderem Mediengeschichte, DDR-Spielekultur, Ludologie und die gesellschaftlichen Auswirkungen internationaler Games. Zum 30. Geburtstag des Museums wäre ein Umzug in das House of Games aus Sicht von Pixelgrüne der nächste notwendige Schritt.
Eine öffentliche Finanzierung würde neue Möglichkeiten schaffen: niedrigere Eintrittspreise, größere Ausstellungsflächen, mehr Bildungs- und Workshop-Angebote, neue immersive und spielerische Technologien sowie eine stärkere Einbindung in das Netzwerk öffentlicher Museen und der Games-Branche.
Eine Übersicht und alle Unterzeichner*innen finden sich auf unserer Themenseite. Der offene Brief in voller Länge findet sich sowohl auf Deutsch als auch Englisch im neu angelegten Wiki-Space von Pixelgrüne.