Andrea Lübcke würdigt Klimabildung und Wissenschaftskommunikation im Wettermuseum Lindenberg
Die Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke (Bündnis 90/Die Grünen), Mitglied im Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung, besuchte das Wettermuseum Lindenberg (Landkreis Oder-Spree). Anlass des Besuchs war unter anderem das Anbringen der neuen Zaunlatte für die in Lindenberg gemessene Jahresdurchschnittstemperatur des Jahres 2025 am Klimazaun des Museums.
Mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,6 °C liegt auch das Jahr 2025 – nach dem Rekordjahr 2024 mit 11,7 Grad – weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Der Klimazaun des Wettermuseums macht diese Entwicklung auf Grundlage von über 100 Jahren Messgeschichte sichtbar und verdeutlicht den fortschreitenden Klimawandel anschaulich und nachvollziehbar für alle Besucherinnen und Besucher.
Ein besonderer Ort für Meteorologie und Klimabildung
Das Wettermuseum Lindenberg e. V. – Museum für Meteorologie und Aerologie ist ein vereinsgeführtes Museum und betreibt auf rund 4.000 Quadratmetern Ausstellungs- und Bildungsfläche eine bundesweit einzigartige Einrichtung zur Vermittlung von Wetter-, Klima- und Atmosphärenforschung. In direkter räumlicher Nachbarschaft befindet sich das Meteorologisches Observatorium Lindenberg – Richard-Aßmann-Observatorium (MOL-RAO), das Teil des Geschäftsbereichs Forschung und Entwicklung des Deutscher Wetterdienst (DWD) ist. Der DWD ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministerium für Verkehr.
Führung durch Ausstellung und Forschungsgeschichte
Begleitet wurde Dr. Lübcke von Vertretern des Wettermuseums. Dr. Bernd Stiller, Vereinsvorsitzender und Gründer des Museums, führte durch die Ausstellung und erläuterte die Geschichte des Standorts Lindenberg sowie die Entwicklung der meteorologischen Forschung – von den frühen Anfängen der Aerologie bis zu modernen Hochpräzisionsmessungen. David Gornickel, Geschäftsführer des Wettermuseums, ergänzte die Führung mit Einblicken in die aktuelle Bildungsarbeit und laufende Projekte des Hauses. Das Museum geht in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen.
Wetterballonaufstieg am Observatorium
Ein Höhepunkt des Besuchs war die Beobachtung eines Wetterballonaufstiegs am benachbarten Observatorium. Vor Ort informierte sich Dr. Lübcke über die täglichen Radiosondenaufstiege, die eingesetzte Messtechnik sowie die Bedeutung der gewonnenen Daten für Wettervorhersage und Klimaforschung auf nationaler und internationaler Ebene. Dabei wurde deutlich, welche zentrale Rolle der Standort Lindenberg bis heute für die Atmosphärenforschung spielt.
Wissenschaftskommunikation in politisch herausfordernden Zeiten
„Hier wird sichtbar, was Wissenschaft leistet: Messungen, Daten und ihre anschauliche Vermittlung machen den Klimawandel begreifbar. Orte wie dieses Museum übersetzen abstrakte Entwicklungen in konkrete Erfahrung – und schaffen damit Verständnis und Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse. Gleichzeitig erleben wir weltweit, wie Klimaforschung unter Druck gerät, etwa durch ideologisch motivierte Einschnitte in den USA. Das Streichen von Geldern für Klimaforschung und Erdbeobachtung ändert nichts am Klimawandel – es entscheidet nur darüber, ob wir ihn verstehen. Fehlende transatlantische Daten verschlechtern schon kurzfristig auch bei uns in Europa die Wettermodelle.“, ordnete Andrea Lübcke die Arbeit des Museums und die Bedeutung verlässlicher Klimaforschung ein.
Etablierter Bildungsort in der Region
Im Anschluss hob Dr. Lübcke die Rolle des Wettermuseums als außerschulischen Lernort hervor:
Das Wettermuseum Lindenberg leistet eine herausragende Bildungsarbeit. Es schafft es, komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge für Kinder, Jugendliche und Erwachsene verständlich, anschaulich und wissenschaftlich fundiert zu vermitteln. Gerade solche außerschulischen Lernorte sind unverzichtbar, um Interesse an Naturwissenschaften zu wecken und ein solides Verständnis für Klima- und Umweltfragen zu fördern.“
Das Wettermuseum Lindenberg arbeitet inzwischen mit 39 Kitas und Schulen aus der Region zusammen und hat sich als wichtiger außerschulischer Lernort für Klima-, Umwelt- und Naturwissenschaften etabliert.